Copilot und Copilot+ sind nicht dasselbe. Copilot ist Microsofts KI-Assistent, der auf nahezu jedem Windows-PC läuft. Copilot+ hingegen bezeichnet eine neue Klasse von Windows-PCs mit spezieller KI-Hardware, die deutlich leistungsfähigere und tiefgreifendere KI-Funktionen direkt auf dem Gerät ausführen kann. Der Unterschied liegt also weniger in der Software als in der Hardware darunter. In diesem Artikel erfährst du, was das konkret bedeutet, welche Funktionen nur auf Copilot+ PCs verfügbar sind und ob sich die Investition für Unternehmen lohnt.
Was kann Copilot, was Copilot+ nicht kann?
Diese Frage dreht die übliche Perspektive um. Tatsächlich kann Microsoft Copilot auf jedem Windows-PC genutzt werden, also auch auf Geräten ohne Copilot+-Zertifizierung. Das bedeutet: KI-gestützte Textgenerierung, Zusammenfassungen, Antworten auf Fragen und die Integration in Office-Anwendungen wie Word, Excel oder Teams sind keine exklusiven Copilot+-Funktionen.
Copilot als cloudbasierter Assistent läuft über Microsofts Server. Die Verarbeitung findet also nicht lokal auf dem Gerät statt, sondern in der Cloud. Das hat Vorteile wie regelmäßige Updates und keine Hardware-Abhängigkeit, aber auch Nachteile: Ohne Internetverbindung ist die Funktionalität eingeschränkt, und sensible Daten verlassen das Unternehmen in Richtung Cloud.
Wer also nur den KI-Assistenten für alltägliche Aufgaben wie Textarbeit oder Recherche nutzen möchte, braucht keinen Copilot+ PC. Standard-Copilot funktioniert auf bestehender Hardware und ist über Windows 11 sowie Microsoft 365 zugänglich.
Welche Hardware braucht ein Copilot+ PC?
Ein Copilot+ PC erfüllt spezifische Mindestanforderungen, die Microsoft festgelegt hat. Das wichtigste Merkmal ist eine integrierte Neural Processing Unit (NPU), die mindestens 40 TOPS (Trillion Operations Per Second) leisten muss. Diese NPU ist ein dedizierter KI-Chip, der KI-Berechnungen lokal und energieeffizient ausführt, ohne die CPU oder GPU zu belasten.
Die weiteren Mindestanforderungen für einen KI-PC mit Copilot+-Zertifizierung sind:
- Mindestens 16 GB RAM
- Mindestens 256 GB SSD-Speicher
- Windows 11 als Betriebssystem
- Eine NPU mit mindestens 40 TOPS Rechenleistung
Aktuelle Prozessoren, die diese Anforderungen erfüllen, stammen unter anderem von Qualcomm (Snapdragon X Elite und X Plus), AMD (Ryzen AI 300 Serie) und Intel (Core Ultra 200V Serie). Ältere Geräte, auch wenn sie leistungsstark sind, erfüllen diese Kriterien in der Regel nicht, weil ihnen die dedizierte NPU fehlt.
Welche Funktionen sind exklusiv für Copilot+ PCs?
Copilot+ PCs bieten KI-Funktionen, die ausschließlich auf zertifizierten Geräten verfügbar sind, weil sie die lokale NPU-Rechenleistung voraussetzen. Diese Funktionen laufen direkt auf dem Gerät, ohne Cloud-Verbindung.
Recall: KI-gestütztes Gedächtnis für den PC
Recall ist eine der bekanntesten Copilot+-Funktionen. Sie erstellt kontinuierliche Snapshots der Bildschirmaktivität und ermöglicht es, vergangene Aktivitäten per natürlichsprachlicher Suche wiederzufinden. Du kannst zum Beispiel fragen: „Wo war das Dokument, das ich letzte Woche geöffnet hatte?“ Recall verarbeitet alles lokal und speichert die Daten verschlüsselt auf dem Gerät.
Live-Übersetzung und Echtzeit-Untertitel
Copilot+ PCs können in Echtzeit gesprochene Sprache übersetzen und als Untertitel anzeigen, auch bei Videoanrufen oder lokalen Mediendateien. Diese Funktion unterstützt zahlreiche Sprachen und läuft vollständig offline auf der NPU.
Cocreator in Paint und KI-Bildbearbeitung
Kreativwerkzeuge wie Paint erhalten auf Copilot+ PCs KI-Funktionen, die Bilder aus Textbeschreibungen generieren oder bestehende Bilder bearbeiten können. Diese Bildgenerierung findet lokal statt und benötigt keine Cloud-Verbindung.
Windows Studio Effects
Automatische Hintergrundunschärfe, Augenkontakt-Korrektur und Geräuschunterdrückung bei Videoanrufen werden durch die NPU in Echtzeit verarbeitet. Das entlastet die CPU und sorgt für flüssige Performance auch während ressourcenintensiver Meetings.
Ist Copilot+ für Unternehmen sinnvoll?
Für viele mittelständische Unternehmen ist Copilot+ im Jahr 2026 eine relevante Option, aber kein zwingender Schritt für jeden Arbeitsplatz. Die Frage ist weniger „ob“, sondern „für wen und wann“.
Copilot+ PCs lohnen sich besonders für Mitarbeitende, die täglich mit großen Informationsmengen arbeiten, viele Meetings haben oder in mehrsprachigen Teams kommunizieren. Die lokale Verarbeitung ist dabei ein wichtiges Argument für Unternehmen mit hohen Datenschutzanforderungen, etwa in Kanzleien, Arztpraxen oder Unternehmen mit sensiblen Kundendaten. Da KI-Funktionen auf dem Gerät selbst laufen, verlassen keine Daten das Unternehmensnetzwerk.
Für Standardarbeitsplätze mit klassischen Office-Aufgaben reicht hingegen ein normaler Windows-PC mit Cloud-Copilot oft vollständig aus. Eine sinnvolle Strategie ist es, Copilot+ PCs zunächst gezielt für Power-User einzuführen und Erfahrungen zu sammeln, bevor eine breitere Einführung erfolgt.
Ein praktischer Vorteil für Unternehmen: Copilot+ PCs sind in der Regel auch schneller, energieeffizienter und langlebiger als ältere Geräte, was die Gesamtbetriebskosten positiv beeinflusst.
Wie entwickelt sich Copilot+ in den nächsten Jahren?
Microsoft investiert stark in die Weiterentwicklung der Copilot+-Plattform. Der klare Trend geht in Richtung tieferer KI-Integration in Windows selbst, mehr lokaler Verarbeitung und einer engeren Verbindung zwischen Copilot als Assistent und dem Betriebssystem.
Für die kommenden Jahre sind folgende Entwicklungen absehbar:
- Mehr Copilot+-Funktionen in bestehenden Apps: Microsoft integriert KI-Funktionen schrittweise in Office, Teams und weitere Unternehmensanwendungen, wobei Copilot+ PCs von tieferer Integration profitieren werden.
- Sinkende Hardware-Einstiegspreise: Mit zunehmender Verbreitung von NPU-Chips in Mittelklasse-Geräten werden Copilot+ PCs preislich zugänglicher.
- Stärkerer Datenschutz durch lokale KI: Der Trend zur On-Device-KI wird sich verstärken, was besonders für regulierte Branchen relevant ist.
- Neue Agenten-Funktionen: Microsoft arbeitet an KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben ausführen können. Copilot+ PCs werden diese Funktionen als erste und vollständig unterstützen.
Die Digitalisierungslücke zwischen KMU und Großunternehmen im Bereich KI ist heute noch deutlich spürbar. Copilot+ PCs bieten mittelständischen Unternehmen eine konkrete Möglichkeit, diese Lücke zu schließen, ohne komplexe KI-Infrastruktur selbst aufbauen zu müssen. Die Technologie kommt direkt mit dem Gerät.
Wie Erhardt IT-Services bei Copilot und Copilot+ unterstützt
Wir helfen mittelständischen Unternehmen dabei, den Unterschied zwischen Copilot und Copilot+ nicht nur zu verstehen, sondern die richtige Entscheidung für den eigenen Betrieb zu treffen. Bei Erhardt IT-Services begleiten wir dich von der ersten Frage bis zur konkreten Umsetzung.
- Bedarfsanalyse: Wir prüfen, welche Arbeitsplätze in deinem Unternehmen wirklich von Copilot+ profitieren und wo Standard-Copilot ausreicht.
- Hardware-Beratung: Wir empfehlen zertifizierte Copilot+ Geräte, die zu deinen Anforderungen und deinem Budget passen.
- Datenschutz und IT-Security: Wir bewerten gemeinsam mit dir, welche KI-Funktionen lokal laufen sollten und wie du sensible Unternehmensdaten schützt.
- Einführung und Schulung: Wir unterstützen dein Team dabei, Copilot-Funktionen sinnvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren, damit die Technologie wirklich genutzt wird.
- Laufende Begleitung: Als externe IT-Abteilung oder Ergänzung deiner internen IT bleiben wir an deiner Seite, wenn sich die Plattform weiterentwickelt.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest: In unserem kostenlosen Webinar „Copilot for Work“ zeigen wir dir konkret, wie du Microsoft Copilot und Copilot+ im Unternehmensalltag einsetzen kannst, mit echten Use Cases, praktischen Tipps und Zeit für deine Fragen. Zum Webinar anmelden und mehr erfahren.









